Die Brosa AG Tettnang – ein aufstrebendes mittelständisches Unternehmen

Mitglieder des CDU-Ortsverbandes unter der Leitung ihrer Vorsitzenden Sylvia Zwisler und einige interessierte Gäste wollten am vergangenen Dienstag wissen, was sich hinter dem schlichten, grauen Bau im Gewerbegebiet Bürgermoos 1 verbirgt. 
Vorstand Josef Pfeffer und Produktionsleiter Thomas Bachmann freundlich empfangen und bewirtet erlebten sie eine spannende Führung durch eine High-Tech-Firma.
 
Die Brosa AG ist ein mittelständisches Unternehmen der metallverarbeitenden Industrie mit 150 Mitarbeitern und beherbergt zwei Fertigungszweige: Den größeren Bereich der Sensortechnik und den kleineren der Antriebstechnik. In letzterem werden hochpräzise Dreh- und Frästeile aus Stahl, sogenannte Labyrinthdichtungen für Bahngetriebe hergestellt. Der Bereich Sensortechnik stellt Kraftmessfühler her für Großkräne, wie sie auf Löschanlagen für Schiffe, auf Bohrinseln oder beim Brückenbau eingesetzt werden und stellt sich damit den Herausforderungen der modernen Sicherheitsstandards bei gleichzeitiger Materialverschlankung solcher Großanlagen. Die Schweizer Tochterfirma Rüthi-AG übernimmt dabei die Entwicklungsaufgaben und die Produktion für die Elektronik.
Die kleine Tettnanger Messtechnik-Firma wurde vor 10 Jahren von vier engagierten Teilhabern übernommen,  welche die Chancen der Branche, aber auch die Notwendigkeit einer vollständigen Umstrukturierung des Unternehmens nach den Erfordernissen der modernen Technik und der Marktentwicklung erkannt hatten. Die Basis und den Grund dafür, dass das moderne Unternehmen überhaupt in Tettnang geblieben ist, stellten die ortsansässigen Facharbeiter und die Angehörigen einer kleinen metallverarbeitenden Kressbronner Firma dar, die aufgekauft und in das Unternehmen integriert werden konnte. Der Vorstand, Herr Josef Pfeffer, betonte darüber hinaus, dass die Stadt Tettnang der Planung und dem Bau des neuen Betriebsgebäudes auf dem für die Mitarbeiter äußerst verkehrsgünstig gelegenen Gelände sehr entgegengekommen sei und deshalb „von der Planierraupe bis zum ersten Span" nur knapp 1 ½ Jahre vergehen mussten und dass sich die Brosa AG in Tettnang insgesamt willkommen und sehr wohlfühle.
Zentrum der Messtechnik ist der Überlastungsschutz für Schwerlast-Kräne. Herr Bachmann drückte dies einfach aus mit den Worten: „Wir verhindern, dass Kräne umkippen."
Dabei dreht sich alles um den stabilen Einbau von Dehnungsmessstreifen (DMS) in Stahlkörper, welche direkt in die Last tragenden Teile eingebaut werden. DMS sind dünne Metallstreifen, die meanderförmig in eine Kunststofffolie eingelegt sind und deren elektrischer Widerstand je nach Längen- und Querschnittsänderung variiert. Diese Dehnmessstreifen werden in der Firma Brosa in bis zu meterlange Stahlkörper so eingeklebt, dass die Verformung des Stahlkörpers durch einwirkende Lastkraft auf diese übertragen und messbar wird. Die Stabilität des Klebers auch unter extremen Temperaturen (- 20° bis + 80°C) ist neben hohen Temperaturschwankungen des Stahlkörpers selber, seiner Verwringung und der möglichen Feuchtigkeitsaufnahme der Trägerfolie der größte Störfaktor solcher Messungen, weshalb die Fa. Brosa ein spezielles Verfahren entwickelt hat, um eine optimale Polymerisation und Festigkeit des Klebers zu erreichen. Dieses Verfahren stellt ein „Betriebsgeheimnis" der Firma dar. Nach den verschiedenen Bearbeitungsstufen des Stahls und nach Einbau der Dehnmessstreifen folgt das „Zurruhekommen" des Stahls in Spezialöfen bei wechselnden  Temperaturen, um ein möglichst gleichmäßiges Dehnungsverhalten zu erreichen.   
Das Unternehmen arbeitet ausschließlich kundenspezifisch und qualitätsorientiert nach den Vorgaben des Herstellers. Wo kleinere Firmen nicht über standardisierte Verfahren zur physikalischen Berechnung der Belastbarkeit ihrer Produkte verfügen, stellen die Ingenieure der Firma ihr Know-how zur Verfügung. Wegen des steigenden Bedarfs an qualitativ hochwertigen Mess- und Steuerungsanlagen sieht die Unternehmensleitung für die Zukunft eine Verdoppelung des Betriebsvolumens vor. Um immer genügend Facharbeiter zu haben, bildet der Betrieb ständig Zerspanungsmechaniker und Anlagenführer aus, ist aber darüber hinaus angewiesen auf Schweißer, Lackierer und Mechatroniker. Zum Thema B 30 und B31 neu war dem Vorstand keine politische Forderung zu entlocken, da für den derzeitig benötigten Warenverkehr die Verkehrsanbindung für die Brosa AG ausreichend ist, dennoch wünscht sich auch Herr Pfeffer für das Fortkommen der Region ganz allgemein ein besseres Straßennetz im Süden.
 
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